DIE KAFFEEPFLANZE

Wissenswertes über das Gewächs

ART, GATTUNG, FAMILIE

Die Gattung Kaffee gehört zur Familie der Rötegewächse (lateinische Bezeichnung: Rubiaceae) und ist somit ein Verwandter des Waldmeisters. Neben einer Vielzahl an verschiedenen Arten, gibt es darüber hinaus unzählige Sorten, doch nur zwei Arten von Kaffee spielen am Weltmarkt eine bedeutende Rolle.

Der Robusta-Kaffee, der einen Weltmarktanteil von circa 35 Prozent hält, trägt die wissenschaftliche Bezeichnung „Coffea canephora“. Umgangssprachlich ist er vielen auf Grund der niedrigeren Anbauhöhe auch als Tiefland-Kaffee bekannt und wurde im 19. Jahrhundert in Afrika entdeckt. Seine Blätter sind meist länglich, können über dreißig Zentimeter lang werden und besitzen spitze Blattenden.
Die Robustabohnen sind relativ kleinwüchsig, unempfindlich und besitzen einen sehr erdigen Geschmack, welcher vorzugsweise sehr beliebt in Italien, Frankreich und Spanien ist.

Der Arabica-Kaffee ist mit einem weltweiten Marktanteil von knapp 60 Prozent der bedeutendste Vertreter seiner Gattung und hat die wissenschaftliche Bezeichnung „Coffea arabica“. Im Volksmund wird der Arabica-Kaffee auch, bedingt durch die Anbauhöhe, als sogenannter Hochlandkaffee bezeichnet. Arabica Bohnen sind im Vergleich zu ihren Verwandten aus den tieferen Anbauregionen größer, haben in der Regel einen milderen Geschmack, benötigen für das Wachstum deutlich mehr Zeit und sind an der Erntemenge gemessen nicht ganz so ertragsreich wie die kleineren Bohnen, was sich wiederum auf den Kilopreis auswirkt.

Der Durchschnittspreis für ein Kilo Robusta liegt am Weltmarkt unter dem Kilopreis des Arabica, wobei man genauer Weise beachten muss, dass Kaffee nicht in Kilogramm sonder in „lb“ dem amerikanischen Pfund gehandelt wird.

Neben der groben Einteilung in die zwei Arten von Kaffee, besitzen die verschiedenen Kaffees weitere Bezeichnungen wie zum Beispiel „Excelsa“ oder „Maragogype“ was Namen verschiedener Sorten sind. Zusätzlich werden Kaffees auch noch in verschiedene Qualitäten eingeteilt, welche zum Beispiel durch die Zusätze AAA, AA, BB, usw. gekennzeichnet sind.

DER ANBAU

Nicht überall sind die klimatischen und geografischen Bedingungen vorhanden, die das Wachstum aller Arten von Kaffee zulassen. Die klimatischen Grundvoraussetzungen für das Wachstum der Pflanze und deren Früchte sind warme Temperaturen, viel Licht jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung, eine hohe Luftfeuchtigkeit und die entsprechende Menge an Wasser. Neben der Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls die Anbauhöhe und die Beschaffenheit des Erdreichs, auf welchem der Kaffee wächst, von großer Bedeutung.

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Sie werden merken, dass es Anbaugebiete für Kaffee rund um den Globus gibt, genauer gesagt jedoch in der Nähe des Äquators. Die geografischen Grenzen, welche nördlich wie südlich ungefähr gleich weit vom Äquator entfernt sind, sind einzig und allein bedingt durch die jeweiligen lokalen klimatischen und geografischen Bedingungen.

Der Kaffee selbst wächst an Sträuchern bzw. Bäumen, die eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen können. Es muss jedoch erwähnt werden, dass Bäume dieser Größe meist nur in der freien Natur und nicht auf Plantagen zu finden sind. Der Grund ist, dass die Ernte der hohen Bäume einen deutlichen Mehraufwand an Arbeit bedeuten würde, da die Früchte über den ganzen Baum verteilt wachsen. Zwischen den Pflanzen des zarten Kaffeepflänzchens und dem Ernten der ersten reifen Kaffeekirschen vergehen drei bis vier Jahre. Die reifen Kaffeekirschen erkennt man an einer kräftigen roten Farbe, unreife Früchte hingegen sind grün.

DIE ERNTE

Es gibt keine feste Jahreszeit, zu der Kaffee geerntet wird. Der reife Kaffee wird ein bis zwei Mal im Jahr geerntet, was von der geografischen Lage, den klimatischen Bedingungen und der Beschaffenheit der Pflanze abhängt. Der weltweit durchschnittliche Ernteertrag liegt bei etwa 650 Kilogramm je Hektar, wobei dies der weltweite Durchschnittswert ist. Betrachtet man die Durchschnittswerte einzelner Länder schwanken diese zwischen 33 und 4000 Kilogramm je Hektar.

Ein deutlicher Qualitäts- und zugleich Preisunterschied ist, wie geerntet wird, ob von Hand oder maschinell. Bei der Ernte von Hand werden gezielt die reifen Kaffeekirschen vom Baum gepflückt, wobei die grünen Früchte noch weiter reifen können. Anders ist das bei der maschinellen Ernte. Hierbei werden alle am Zweig hängenden Kaffeekirschen, egal wie reif sie sind, abgestriffen, was sich spätestens in einem ungleichmäßigen Bohnenbild nach dem Rösten wiederspiegelt. Nicht nur das marmorierte Bohnenbild wird durch gleichmäßig reife Kaffeekirschen vermieden, sondern der aufgebrühte Kaffee besitzt zudem einen intensiveren Geschmack.

DIE AUFBEREITUNG

Ein weiteres Mal gibt es zwei verschiedene, gängige Möglichkeiten, nämlich bei der Aufbereitung. Zum einen gibt es die Trockenaufbereitung, zum anderen die Nassaufbereitung. Eine dritte sehr spezifische, selten jedoch bekannte Aufbereitungsart gibt es in Indonesien. Indonesische Schleichkatzen fressen die Früchte der Kaffeebäume, verdauen diese, wobei nur das Fruchtfleisch – nicht aber die Rohkaffeebohnen – fermentiert wird und die einzelnen Kaffeebohnen von den Katzen wieder ausgeschieden werden. Der bekannteste Kaffee dieser Aufbereitungsart trägt den Namen „Kopi Luwak“.

Zurück zu den beiden gängigen Arten. Weshalb sich beide Methoden durchgesetzt haben ist einfach erklärt. Nicht in jedem Land sind die klimatischen Umstände und die Vorräte an sauberem Wasser so vorhanden wie in anderen Ländern.

Bei der Trockenaufbereitung lässt man, wie der Name es bereits vermuten lässt, die geernteten Kaffeekirschen so lange trocknen bis sie platzen. Anschließend werden sie entpulpt, das Fruchtfleisch vom Rohkaffee getrennt, und der Kaffee wird nochmals getrocknet.

Anders ist es bei der Nassaufbereitung, bei der die reifen Kaffeekirschen so lange ins Wasser kommen, bis diese sich so vollgesogen haben, dass sie platzen. Im Anschluss an das Entpulpen wird der Kaffee getrocknet. Damit der Kaffee gleichmäßig trocknet muss er mehrere Male gewendet werden.

Egal nach welcher Art der Kaffee aufbereitet wurde, wird der trockene Rohkaffee von seinem Pergamenthäutchen befreit und verlesen. Dieser Prozess wird ebenfalls entweder händisch oder maschinell durchgeführt, was sich zum einen auf die Qualität auswirkt, zum anderen im Preis zeigt. Nach dem Verlesen wird der Kaffee je nach dem zum Beispiel in Säcke verpackt und lagert in der Regel noch einige Zeit im Herkunftsland. Bis er verschifft wird vergehen meist noch einige Wochen, oftmals sogar Monate.

Wie es mit dem Rohkaffee weitergeht nachdem er geerntet und verlesen ist, erfahren Sie in den Kategorien >>DER HANDEL oder >>DAS RÖSTVERFAHREN.