KAFFEE …

… die Geschichte.

UM 900

In der Wiege des Kaffees, Äthiopien, wurde bereits sehr früh Kaffee angebaut und zu zeremoniellen Zwecken verwendet. Eine alte Legende erzählt, dass eines Tages ein junger Hirte seine verloren gegangene Herde suchte. Er fand die Ziegen wild meckernd und tanzend unter Sträuchern mit grünen Blättern und roten Bohnen. Er ging mit seiner Herde zurück ins Dorf und erzählte es den Mönchen des nahen Klosters. Diese warfen das „Teufelszeug“ ins Feuer und es stieg ein köstlicher Duft auf. Seit dieser Zeit wurden Kaffeebohnen geröstet und man kennt deren anregende Wirkung.

Von Äthiopien aus begann die Verbreitung des Kaffees vor allem im Jemen und von dort weiter in andere Länder der Umgebung.

Eine weitere Legende erzählt, dass der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed zu neuen Kräften mit dem starken schwarzen Getränk verhalf.

UM 1450

Der Fall von Konstantinopel und der Siegeszug des Osmanischen Reiches bringt den Kaffee auch in die Region, die heute Türkei heißt, und der wir den Namen „Türkischen Kaffee“ verdanken.

Der Genuss und der Handel mit Kaffee sowie die weite Verbreitung von Kaffeehäusern nahm bald solche Züge an, dass aus Angst vor dort ausgeheckten Aufständen der Sultan 1633 ein Verbot für den Verzehr und die Verwendung von Kaffee, Tabak und Wein aussprach.

UM 1500

Der Jemen wird zum bedeutenden Mittelpunkt der Kaffeekultur und Kaffeehäuser beginnen das Stadtbild zu prägen. Hochwertiger Kaffee wird zur wichtigen Handelsware der Region und findet von dort aus seinen Weg in fremde Länder.

Die Stadt Mokka wird zum Synonym für Kaffee und den Genuss des Getränkes. Seit dem war der Genuss auch eng verbunden mit dem Besuch des Kaffeehauses, der zu diesem Zeitpunkt nur Männern vorbehalten und zum Zweck des Gesprächs und des Zusammentreffens diente.

Zu dieser Zeit stritten sich bereits arabische Gelehrte über Nutzen und Schaden des Kaffeetrinkens.

UM 1640

Am Markusplatz in Venedig wurde das erste Kaffeehaus Europas etabliert und noch heute befinden sich dort das Café Florian und das Café Quadri im Wettstreit um die Besucher aus der ganzen Welt. Auf diesem Platz, dem schönsten Ballsaal Europas (laut Napoleon), wird Kaffeetrinken bei Musik und Taubengeschnatter zelebriert.

Von hier aus ging die Kultur der Kaffeehäuser bald in die anderen Länder Europas weiter.

UM 1650

In Oxford gab es das erste englische Kaffeehaus und 1654 folgte die Gründung von „Lloyds Coffeehouse“ in London, Treffpunkt und Ort des Handels zugleich. Auch als wichtige Informationsbörse fungierten die Kaffeehäuser, deren Besuch nur den höheren Ständen und dem Bürgertum vorbehalten war.

1659 gab es in Paris das erste Kaffeehaus und es wurde zum Treffpunkt der Dichter und Denker, der Schauspieler und Politiker. Zur Zeit der Französischen Revolution waren die Kaffeehäuser auch Ort des Widerstands gegen die Monarchie. 1674 kam es zur Gründung des ersten Kaffeehauses in den neuen Kolonien in Boston, dreißig Jahre später in New York.

Auch bei Lloyds, aus dem später das bedeutende Versicherungsunternehmen hervorging, wurde heftig diskutiert, politisiert und polemisiert, während viele Tassen Kaffee getrunken wurden – natürlich nur von Männern!

UM 1680

In der Welt der Habsburger und des K&K begann der Siegeszug des Kaffees und der später legendären Wiener Kaffeehauskultur mit der Ankunft der Kaffeeköche Mechmed und Ibrahim, die im Gefolge der osmanischen Gesandtschaft nach Wien gekommen waren.

Der geschäftstüchtige Georg Kolschitzky schmuggelte Kaffee in die Stadt, getarnt als Kamelfutter, und wurde bald reich und berühmt mit dem schwarzen Gold.

In Paris wurde Kaffeetrinken zur großen Modeerscheinung, später hatte sogar der Sonnenkönig Ludwig XIV einen eigenen Kaffeestrauch und begeisterte sich für das schwarze Heißgetränk.

UM 1750

Der berühmte Botaniker Linne´ gab der Kaffeebohne ihren Lateinischen Namen zu einer Zeit, als durch die Kolonialisierung Mittelamerikas, der Karibik und Afrikas, neben Gewürzen, Zucker und Tabak auch der Handel mit Kaffee immer wichtiger wurde und überall Plantagen entstanden.

Es gehörte zum guten Ton Kaffee zu trinken und feinstes Porzellan wurde zu diesem Zweck entworfen.

In Brasilien wurden nach und nach die ersten bedeutenden Plantagen angesiedelt und es wurde der Grundstein für die Stellung als heute bedeutendstes Land im Kaffeehandel gelegt.

In Leipzig und Dresden tranken die Männer in den Kaffeehäusern ihre Tasse Kaffee und die Damen der Aristokratie und des reichen Bürgertums pflegten ihre Kaffeekränzchen zuhause, denn nur sie konnten sich das kostbare Getränk leisten.

J.S. Bach schrieb seine noch heute beliebte Kaffeekantate.

Nach und nach wurde es auch Sitte, dass Männer und Frauen sich in Gartenlokalen zu Kaffee und Kuchen trafen, oft mit musikalischer Begleitung.

Im fernen Amerika wurde Kaffee nach der Bosten Tea Party populär, da die Engländer in den Kolonien den Tee besteuerten.

Friedrich der Große befahl sogenannten „Kaffeeschnüfflern“ herauszufinden, wo geröstet wurde und erhob Steuern und versuchte sich eine Zeitlang das Monopol auf die Kaffeeproduktion und den Verkauf zu sichern.

Auf den Inseln Martinique, San Domingo und Guadalupe entstanden wichtige Kaffeeplantagen im karibischen Raum.

UM 1905

Das Patent auf entkoffeinierten Kaffee wurde an Kaffee HAG vergeben und dieser wurde zum Synonym von leicht verträglichem Kaffee.

In der Welt der Kultur kursierte bereits Ende des 19. Jahrhunderts das Gerücht, dass der große französische Schriftsteller Balzac nur durch den Genuss unzähliger starker Tassen Kaffees den Rauschzustand erreichte, in dem er seine bedeutendsten Werke schrieb.
Tschaikowsky wurde zu einer Suite arabischen Tanzes im „Nussknacker“ vom Kaffee inspiriert.

Afrika hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen im Zuge der Kolonialisierung vermehrt Kaffee anzubauen und zu exportieren und wurde immer mehr zum wichtigen Kaffeelieferanten.

UM 1940

Im Ersten Weltkrieg hatte man gesehen, dass es sehr gewinnbringend und nützlich wäre, Kaffee als löslichen Extrakt zur Verfügung zu haben und vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Nescafé erfunden. Bereits 1866 handelte die Familie Darboven in Hamburg mit Kaffee und bekam 1895 Konkurrenz von der Bremer Kaufmannsfamilie Jacobs.

In Italien „erfindet“ Archille Gaggio den Espresso und Italien ist ab dann mit seinen Kaffeemaschinen und den besonderen Zubereitungsarten ein Mekka für Kaffeeliebhaber und Inbegriff des „dolce far niente“ in kleinen Espressobars an der Piazza oder auf dem Corso.

AB 1950 BIS HEUTE

Nun wird in Deutschland auch Kaffeehandel im Versand sehr populär und es schlägt die Geburtsstunde von Tschibo. Mehr als ein Siebtel des in Deutschland getrunkenen Kaffees wurde bereits 1962 bei Tschibo gekauft. Ob „Die Krönung“ oder „Prodomo“ oder „Jacobs Gold“, Kaffeeklatsch und Kaffeetafel gehörten zur Zeit des Wirtschaftswunders unbedingt dazu.

1965 brachte Melitta, die bereits die Kaffeefiltertüten erfunden hatten, die erste Kaffeemaschine für den Haushalt auf den Markt, mit einem Preis von weit über DM 100,- ein wahrer Luxusartikel.

In unserer schnelllebigen Zeit sind Starbucks, San Francisco Coffee Company und ähnliche Ketten sehr in Mode. Vor allem junge Leute kaufen sich einen „Coffee to Go“ in unzähligen Zubereitungsvariationen.